Das Leben der Ehefrau

Weblog-Archiv für 29. April 2009

Lonesome Rider

Verfasst von ehefrau am Mittwoch, 29 April, 2009

Ich fühle mich einsam. Ich weiß, manche Menschen sind mindestens ein halbes Leben auf der Suche nach dem Lebenspartner, und da habe ich wirklich Glück, denn ich habe meinen ja schon gefunden. Aber mir fehlt eine Freundin. Ich möchte jemandem zum Frauensachen austauschen. Zum Klönen. Zum Zeit miteinander verbringen. Zum Sorgen und Freuden teilen. Eben alles, was mit dem eigenen Partner nur bedingt geht, weil er lange arbeitet oder manchen Weiberkram eben einfach nicht verstehen kann. Ich weiß ja, ich bin anders als andere. Ich weiß auch, daß ich vermutlich viel zu hohe Ansprüche an die Menschen in meiner Umgebung habe. Ich weiß auch, daß meine Familie anders ist als andere. Aber kann man uns deswegen nicht trotzdem gerne haben?

Ich versuche wirklich auf andere Mütter, egal was für ein Bildungsstand oder Nationalität, freundlich und offen zuzugehen. Ich versuche, alles positiv zu sehen. Ich versuche, mich auf diese Person einzulassen. Ich versuche, mit ihren Eigenheiten wertfrei und objektiv umzugehen. Jeder Mensch ist anders, und das ist auch gut so. Aber ich kann nichts dafür, manchmal genügt eine klitzekleine Bemerkung, und der Ofen ist aus. Ich wurde neulich gefragt: „Gell, Hämorrhoiden sind ansteckend?“. Em, ja. Seitdem hat sich das mit dieser Mutter leider erledigt. Ich kann das einfach nicht mehr. Ich bin so ein Typ, der es so hält: wenn, dann richtig. Oberflächlich kann ich nicht. Deswegen verletzt es mich dann auch, wenn meine Bemühungen nicht im gleichen Maße erwidert werden.

Außerdem gibt es leider viele Frauen, die mir nicht liegen. Also zumindest hier in meinem Umfeld. Ich habe vermutlich so kryptische Neigungen, daß es da nur wenig Schnittpunkte mit denen von anderen Frauen gibt. Mir liegt nichts an Unterwäsche-, Tupper-, Schmuck- oder Dildopartys. Ich habe keinerlei Interesse, am Wochenende auf Ü-soundsoviel-Parties rumzuhängen. Ich habe es nicht mit Frauengymnastikzeugs à la Stepaerobic oder Pilates. Ich habe es auch nicht mit freizeitmäßigem Rumhängen mit Kind bei Ergo-, Bewegungs- oder Physiotherapie (Es gibt hier Mütter, die machen das, und ich habe nicht das Gefühl, daß das Kind das bräuchte, sondern daß die Mutter das macht, weil sie sonst nichts zu tun  hat?! Woher kriegen die nur die Rezepte?!). Sowieso hab ich ja auch nur ein Kind und falle da bei den meisten Mehrfachmüttern durch das Raster. Ich habe auch kein Interesse an Gucci, Chanel und D&C. Ich habe auch kein Interesse an Dauergeputze. Ich habe auch kein Interesse an Kirche und Kindergottesdienstvorbereitung oder Pfadfindertum. Ich habe auch an den meisten Kindersportarten wie Fußball, Judo, Ballett, Gardetanzen und dergl. kein Interesse (David schonmal gar nicht). Ich werde auch niemals im Leben in einen Karnevals- oder Schützenverein eintreten.

Wünschen darf man ja, also wünsch ich mal, was SIE für Eigenschaften haben sollte:

  • nett soll sie sein
  • ihren Verstand soll sie gerne gebrauchen
  • Kind/er sollte sie haben, das/die auch mit David klarkommen
  • Zeit soll sie haben
  • Humorvoll soll sie sein
  • bestenfalls einen Mann haben, der auch  mit Peter kann
  • Sie kann auch alles machen/mögen, was ich im Abschnitt obendrüber geschrieben habe, aber sie soll mich trotzdem mögen, auch wenn ich diese Dinge nicht so doll finde
  • Sie sollte vielleicht meine Denkweise zu allen möglichen Themen ein bißchen verstehen, oder nicht gleich als falsch abtun
  • Sie soll mich mögen, so wie ich bin
  • Sie soll sich nicht an Unordnung stören
  • Sie soll normal sein, nix Abgehobenes oder Überkandideltes, und eine bodenständige Einstellung zum Leben haben
  • Sie sollte meine Bemühungen erwidern, nicht einseitig immer nur nehmen und aussaugen
  • Sie soll mir nicht das Gefühl geben, daß ich störe oder nerve, wenn ich anrufe und frage, ob sie Zeit für irgendetwas hat

Ja, danke, das wärs dann mal. Haste das notiert, gute Fee?

Ich weiß auch nicht, warum ich mich damit so schwer tue, eine Freundin zu finden und zu behalten. Ich halte mich für offen, freundlich und nett. Aber ich habe keine Ahnung, wie mich andere sehen. Vielleicht mache ich anderen Angst, vielleicht halten sie mich für arrogant oder schlicht doof?! Keine Ahnung. Das werde ich wohl auch nie erfahren. Ich weiß nur, daß es mir fehlt. Daß ich viel zu oft alleine mit meinem Kind oder sogar alleine mit mir selber bin. Mir fehlt Gesellschaft. Kaffeklatsch mit Klönen. Grillen mit Spielen. Und alles irgendwie leicht und locker, nicht mit monatelangem Geplane und Gewarte. Einfach eben anrufen: „Haste Lust?“ „Ja, klar!“ „Dann komm rum!“. Das wär so toll. Am besten also auch noch nier in der Nähe, so daß ein Treffen kein großer Akt wäre.

Ich bin dann mal auf der Suche.

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Hach…

Verfasst von ehefrau am Mittwoch, 29 April, 2009

Gestern hat der Förderverein unserer KiTa ein E-Piano geschenkt. Es war schon immer der Wunsch der dortigen Erzieherinnen, daß mehr mit Musik gemacht wird, aber leider sind alle Mitarbeiter ausgerechnet auf dem musikalischen Gebiet nicht sehr bewandert. Macht nichts, dafür haben sie andere Qualitäten.

Wir haben jetzt aber eine Mutter, die Musiklehrerin ist und ab dem neuen Kindergartenjahr eine musikal. Frühförderung für die Kinder anbieten wird. Und weil sie auch gerne Singkreise und dergleichen musikalisch untermalt, und dafür immer ihr eigenes Keyboard durch die Gegend schleppen mußte, hat der Elternrat dem KiGa vorgeschlagen, doch ein E-Piano anzuschaffen. Aber jeder weiß, wie das mit den Geldern ist, es war keins da.

Da wir letztes Jahr den Förderverein für unsere Einrichtung gegründet hatten, wurde das also unser erstes größeres Finanzierungsziel: Geld sammeln um dem Kindergarten ein E-Piano zu schenken. Das war gar nicht so einfach, in der kurzen Zeit konnten noch keine Großspender gefunden werden. Bis sich letzte Woche die örtliche Sparkasse ganz kurzfristig dazu bereit erklärte, die Kröten locker zu machen. Und dann ging alles ganz schnell. Gerät bestellt, liefern lassen, gestern Abend auf dem Elternabend überreicht.

Hach war das toll. Die Vorsitzende des Fördervereins hat mit einigen Kindern eine Art „Dingsda“ aufgenommen, wo die kleinen Krabben erklärt haben, was ein Förderverein ist und was der Förderverein dem Kindergarten jetzt schenkt. Das war total klasse. Und die Überraschung echt gelungen, die Erzieherinnen waren total baff und die Eltern haben Bauklötze gestaunt.

Das ist aber auch ein schickes Teil, hat die normale Klaviertastatur, einen hellen Holzrahmen und jede Menge Knöpfe nebst Display. Es ist so ein Ding das nicht nur „Klavier“ kann sondern auch „Keyboard“. Seeehr schick. Sowas tät mir ja auch gefallen. *Seufz*

Als Kind habe ich mir immer gewünscht, Klavier zu spielen. Das erste Instrument wurde dann aber Geige. Weil ich als geistig umnachtete Sechsjährige mal gesagt hatte, ich würde auch gerne Geige spielen. Leider stellte sich die Geige als ziemlich uncool heraus. :lol:

Die anderen Klassenkameraden haben mich immer veräppelt, wenn sie mich mit diesem uncoolen Geigenkasten zum Unterricht haben latschen sehen. Und dann die Überei… Nein, wie grusselig. Mit 10 durfte ich die Geige dann endlich an den Nagel hängen, was war ich da erleichtert! Mit 12 haben wir es dann mit Klavier versucht. Allerdings bei keinem richtigen Lehrer sondern bei meiner großen Schwester, die sehr gut Klavier spielte. Ihr könnt Euch sicher denken, daß das nicht von Erfolg gekrönt war, wenn die Lehrerin mit dem Schüler unter einem Dach lebt und den Schüler dauernd mit Fragen nach dem täglich zu erfüllenden Übungspensum quält. :lol: Ich kann mich noch erinnern, daß sie immer mit einem spitzen Bleistift meine Handgelenke daran erinnert hat, nicht nach unten abzusacken… :D

Liebe große Schwester, das war nicht schön! :D (Aber vermutlich auch für dich nicht… :D )

Klavier wurde dann also auch bald wieder ad acta gelegt. Mit 16 wurde es dann die Gitarre. Die mag ich noch heute. Ich wollte natürlich nicht dieses klassische Gezupfe lernen, nein, ich wollte „schrummschrumm“ können, also Lagerfeuerliedbegleitung. Mein erster Gitarrenlehrer war total cool. Der hat mir genau das beigebracht. Leider ist der dann irgendwie weggezogen und ich mußte mir einen neuen suchen. Uaaaah, der war dann der Griff ins Klo. Der war schon recht betagt und ließ mich immer „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Von den blauen Bergen kommen wir“ zupfen. Wie schrecklich. Außerdem schien der Mann halb taub zu sein. Jedesmal wenn ich dort hinkam, nahm er meine WOHLGESTIMMTE Gitarre und VERstimmte sie. Das war wirklich bizarr, er benutzte sogar ein elektrisches Stimmgerät, aber war wohl der Handhabung nicht ganz mächtig…. Leider verfüge ich über ein recht gutes Gehör, ich höre es, wenn etwas dissonant klingt, ich behaupte auch, daß das JEDER gehört hätte, außer eben ihm. Nach wenigen Malen bin ich dann nicht mehr hingegangen. Die Akkorde und das Schlagmuster habe ich mir dann eben selbst beigebracht. Das reicht auch noch für heute als Liedbegleitung im Kindergarten.

Und jetzt steht dort sooo ein schickes E-Piano. Hach.

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