Heute Abend war ich auf einem Aschura-Abend in unserem Kindergarten eingeladen. Aschura ist ein muslimisches Fest zu Ehren der Errettung des Propheten Noah vor der Sintflut. Geladen hatte die Neusser Integrationsgruppe „Puzzle“, die besonders um Frauen und Kinder bemüht ist. Daher waren lediglich weibliche Gäste geladen.
Sie organisierten diesen Abend in unserer Einrichtung. Sie begrüßten uns, gaben uns das Gefühl, herzlich willkommen zu sein und umsorgten uns auf das Äußerste.
Es war wunderschön. Besinnlich, ergreifend, kulinarisch ausgesprochen köstlich! Es gab kleine Vorträge zum Thema Integration, die Noah-Geschichte aus der Bibel, zum Fest Aschura und die speziell an diesem Tag gereichte Speise Aschure. Außerdem gab es musikalische Untermalung auf einer Rohrflöte und einem Saiteninstrument, dessen Namen ich leider nicht kenne, sowie Gesang. Es war wirklich unbeschreiblich schön, exotisch und doch ergreifend. So ein ähnliches Gefühl überkommt mich an Weihnachten in der Christmette.
Der Tisch mit dem Buffet bog sich nur so vor Köstlichkeiten. Viele türkische Spezialitäten wetteiferten mit den leckersten Desserts. Jeder hat eine Kleinigkeit mitgebracht. Ich hab ordentlich reingehauen!
Ich habe mich auch als eine der ersten (verfressen halt) an die Aschure gewagt. Sie ist eine Art süße Suppe, die Noah damals gekocht haben soll, als sie mit der Arche wieder festen Boden unter dem Kiel hatten, und dies zum Anlass nahmen, aus den verbliebenen Vorräten ein Festmahl zuzubereiten.
In der Aschure sind z.B. Nüssen, Mandeln, Weizen, Reis, Kichererbsen, weiße und rote Bohnen, getrocknete Aprikosen, Rosinen, Granatapfelkerne und Zimt. Es sieht für ein deutsches Auge nicht besonders ansprechend aus, eher wie schonmal gegessen, aber geschmeckt hat es für mich irgendwie wie Weihnachten. Und wer mich kennt, weiß, was das für ein großes Kompliment ist!
Lag wohl am Zimt.
Den ganzen Abend saßen die gemischtesten Nationalitäten bunt gewürfelt durcheinander am Tisch, jeder hat mit seinen Tischnachbarn, egal ob fremd oder bekannt, erzählt, genossen und gelacht. Türkischen Tee gabs in Hülle und Fülle, auch wenn einer der Teesamowarautomatendingsbumse dauernd die Sicherung hat rausfliegen lassen. Wir kamen auch mit einem zurecht.
Es war wirklich ein toller Abend, ich bin froh, daß ich wieder mal an einem solchen Integrationsereignis habe teilnehmen dürfen. So macht Integration Spaß und Sinn!







