Pauline
Verfasst von ehefrau am Donnerstag, 5 Juni, 2008
Gestern nach getaner Arbeit sitz’ ich da an meinem Notebook. Da seh ich doch aus den Augenwinkeln einen Schatten, der sich vor dem Fenster über unsere Terrasse bewegt. Ich schaue hin und sehe sie.
Ganz doll. Ich springe auf wie von der Tarantel gestochen, habe schon die Visionen von durchgeknabberten Mehltüten vor meinem geistigen Auge. Ich flitze also raus. Das zugegebenermaßen äußerst possierliche Tierchen hält sich unter meinem Rosenbusch für unsichtbar. Ha, dumm gelaufen, denk ich. Und zücke den Gartenschlauch.
Ja, dann gabs für das kleine Mäuschen, das ich im Geiste gleich „Pauline“ getauft habe, eine volle Breitseite von dem kühlen Nass. Hat dem Viech nur leider nichts ausgemacht, die ist immer weiter ans Haus rangekommen. Erst im letzten Moment wich sie aus und huschte in eine Ecke.
Jetzt ist das wahrscheinlich nicht die einzige Maus in unserem Garten, bzw. in allen Gärten hier bei uns. Wir hatten für den vorletzen Winter einer Mäusefamilie ein prima Winterquartier spendiert in unserem Gartenhäuschen. Unfreiwillig, versteht sich. In unserem Rasensamen nämlich. Bildet ein feines Nest und kann noch dazu gleich aufgefuttert werden, wenn der Magen knurrt. Ich schweife wieder.
Jedenfalls ist mir jetzt nicht mehr wohl, einfach die Terrassentür aufzulassen. Dadurch, dass ich die Maus in Natura gesehen habe, ist sie gleich viel präsenter. Obwohl sie sicherlich nicht erst seit gestern hier lebt. Und ganz bestimmt findet die das draußen sowieso viel schöner. Da kann man sich ja so herrlich von Katzen jagen lassen. Hier im Haus ist nur der olle lahme Hund und soviel zu essen, wer will da schon hin.
So ein Paulinchen doch sicherlich nicht. NICHT WAHR?








bonifaz sagte
Liebe Ehefrau,
nachdem bär durch Einstellen des Duschens inzwischen einen derart bärigen Duft verströmt und tatsächlich inzwischen beim Laufen nicht mehr von arglistigen Rehen angegriffen werden, würde es sicherlich auch zur Pauline-vom-Haus-fernhalten-Aktion reichen. Nur hockt bär allerdings im hohen Norden, und diesem heiklen Zustand findet er niemanden, der ihn als Geheimwaffe zu transportieren bereit wäre.
Aber bestimmt reicht es schon aus, wenn die bärigen Drohungen und Verwünschungen Pauline und ihre Verwandschaft erreichen.
Liebe Grüße,
Bonifaz
ehefrau sagte
ja, lieber bonifaz,
es hilft!!! schau ich doch grade wieder zum fenster raus, seh ich die gesamte bagage mit geschnürtem bündel über der schulter unseren garten verlassen… warte, die rufen was… „pfui katze, hier riechts ja, daß einem die schwnazhaare ausfallen, hier bleiben wir nicht! pfui katzenkotze und bärendreck… auf nimmerwiedersehen!!!“
na, bonifaz, ich denk mal da hat sich das duschboykott aber gelohnt!!
danke!!!
bonifaz sagte
Ha…Hat er’s doch gewußt
Jahaa, mit so einem Getier kann er es doch locker auf die Entfernung aufnehmen. Gut, daß Pauline ihre Sippe gleich mitgenommen hat, sonst wäre notfalls eine Bärenfellfluse geopfert worden, um sie als Abschreckung im Garten hinterlegen zu können.