Das Leben der Ehefrau

Der Katastrophe erster Teil

Verfasst von ehefrau am Montag, 5 Mai, 2008

Also, ich habe ihn heute Morgen in die Schule gebracht. Er war noch voller Freude, konnte gar nicht früh genug los. Ich hab seine Sachen abgegeben, ihn abgegeben und bin gefahren (lobt mich, los, es war die Hölle!).

In der ersten Stunde hatte er gleich eine “Förderband”-Stunde in einem anderen Klassenraum als normal. Als es dorthin ging, hat er wohl den Anschluss an die anderen Kinder verloren und stand auf einmal alleine im Treppenhaus. Da war es dann wohl vorbei für ihn. Da hat er dann wohl Panik bekommen, wild geweint und gebockt, obwohll die Lehrerin ihn gleich darauf aufgelesen hat. Jedenfalls hat er sich geweigert, mit in den Unterricht zu gehen. Man sollte mich anrufen. Haben sie dann auch getan.

Ich hab also im Lidl meinen vollen Einkaufswagen stehen lassen und bin zurück in die Schule gehechtet. Da habe ich dann das Kind mit sanfter Gewalt in die Unterrichtsstunde befördert. Erst saß ich kurz mit im Raum, dann durfte ich nach nebenan.

Als es klingelte, stand ich wieder brav vor dem Klassenraum. Ich habe dann das nicht mehr wollende Kind zurück in seinen richtigen Klassenraum geschleift. Dort wurde es dann aber recht gemütlich. Die haben schon auf ihn gewartet. Sie saßen in einer Ecke im Kreis und haben ihm erst mal die Regeln erklärt. Dann kam ein bißchen Mathe dran. Kettenaufgaben im Kopf. Er hat sich immer gemeldet. Und das eine Mal, als er dran war, hatte er die Antwort auch richtig. Dann haben sie ein Blatt bekommen, auf dem sie rechnen mußten bis zur Pause.

Dabei hat er wohl gemerkt, daß das alles gar nicht soooo fremd und neu und anders ist. In der großen Pause hat sich ein Junge, den wir noch aus dem KiGa kennen, um David bemüht. Er hat ihn mit auf den Schulhof genommen und gezeigt, was er machen muss. Da durfte ich dann gehen. Jetzt hat er turnen, danach noch eine Stunde Deutsch.

Ich bin ziemlich fertig. Erstmal die Grippe, die immer noch an meinen Kräften zehrt, und dann diese Nervenchaos heute. Tollomat.

Jedenfalls scheint der Stoff gar kein Problem zu sein für ihn. Schwierig sind die Rahmenparameter, das Sich-zurecht-Finden. Mal sehen, wie ich ihn nachher abhole.

Die Lehrerin meint, sie fände es aus genau dem Grund geschickter, die ersten zwei Monate in der ersten Klasse mitzumachen, um die Regeln und das ganze Drumherum zu erlernen. Dann kann man springen. Momentan steh ich auch auf dem Standpunkt, daß das der geeignetere Weg für David ist. Wir werden sehen, wie es weiter geht.

Ich frage mich, ob ich die Kraft habe, ihn da eine Woche durchzuschleifen. Oder ob es nicht sinnvoller ist, “aufzustecken” und normal mit dem KiGa weiterzumachen bis nach den großen Ferien. Wir werden sehen. Ich werde auf jeden Fall vom Weitergang berichten.

10:33 Uhr, noch kein weiterer Anruf aus der Schule…

Schafft er das Umziehen nach dem Sport?! Er ist doch ein wenig lahm…. Hoffentlich vergessen die ihn nicht in der Turnhalle.

Mir ist zum heulen.

Was ich aber noch erwähnen wollte:

Die Lehrerin, die Direktorin und auch die Dame aus dem Sekretariat sind alle super nett und bemüht um David, das kann man nicht anders sagen! Wirklich ganz arg lieb, obwohl es ja schon ein Stück weit mehr Mühe macht!

Auf jeden Fall vielen Dank dafür!!!

Nachtrag:

11:50 Uhr, jetzt müßte er schon wieder in der Klasse sitzen. Da noch kein Anruf aus der Schule kam, denke ich, daß Sport soweit gut über die Bühne ging… Pfuh.

Ich fahr ihn jetzt abholen….

Eine Antwort zu “Der Katastrophe erster Teil”

  1. wortteufel sagte

    Ach, mööönsch! Das ist doch keine Katastrophe! Das ist nur der ganz normale Wahnsinn. Alles wird gut, ganz sicher.

    Und versuch Dich abzulenken! Wahrscheinlich geht es ihm jetzt bedeutend besser, als Dir. Und wenn nicht, muss er da jetzt einfach durch (und Du auch ;) ). Beser jetzt und mit der Gewissheit, er kann wieder in den KiGa, als das Theater nach den Ferien. Da würde es ja unter Umständen auch so laufen. Dann müsste er aber hin und könnte nicht zurück.

    Und wenn er nach den Ferien zurück zur Schule kommt, kann er sich schon fühlen “wie ein Großer”. Das wird ihm eine gute Position geben. Grade, wenn er springt.

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